
Ein Ort der Vorsorge, der zum Lager für Neu- und Gebrauchtwaren wurde.
Jirka
In einem ehemaligen Hilfskrankenhausbunker entdeckten wir einen Trödelmarkt, der die ursprüngliche Bestimmung als Notklinik hinter sich gelassen hat.
In den 1960er Jahren wurde dieser Bunker als unterirdisches Hilfskrankenhaus des Zivilschutzes erbaut. Geplant für den Ernstfall, sollte er Schutzplätze und Betten für eine Notversorgung bieten. Nach der Genehmigung 1964 wurde die Anlage in den folgenden Jahren fertiggestellt, jedoch kam es nie zu einem Einsatz. Nach dem Ende des Kalten Krieges verlor der Bunker seine ursprüngliche Funktion, die Szenarien für den Einsatz wurden politisch unwahrscheinlich, und die Anlage wurde nach und nach aufgegeben. Teile wurden umgenutzt und andere zurückgebaut, sodass heute ein Ort zurückgeblieben ist, der seine ursprüngliche Bestimmung verloren hat. Der Bunker ist nun ein Lager für Neu- und Gebrauchtwaren, was ihm eine seltsame Trödelmarkt-Atmosphäre verleiht.
Vor Ort spürten wir eine Mischung aus Geschichte und Verfall. Die Atmosphäre war geprägt von der Absurdität, dass ein Ort, der einst für Notfälle geschaffen wurde, nun als Lager für Dinge dient, die niemand mehr braucht. Die Feuchtigkeit und der Verfall waren deutlich spürbar und ließen uns nachdenklich zurück.
Der Kontrast zwischen der ursprünglichen Nutzung und der heutigen Lagerfunktion bleibt im Gedächtnis. Die Vielzahl an Gegenständen, die hier gelagert sind, erzählt von einem verlorenen Zweck und der Vergänglichkeit von Orten und deren Bedeutung.



